Lesbarkeit auf Kyrillisch. Umgang mit dem Satz
Als Nicht-Russisch-Muttersprachler ist es schwer, ein Gespür für den guten Satz in Kyrillisch zu entwickeln. Es fehlt das visuelle Gedächtnis für landesspezifische Harmonie.
Russische Schriften setzt man grundsätzlich leicht gesperrt. Setzt man die Buchstaben ungesperrt, so entsteht ein unnatürlich enges, unrhythmisches und schlecht lesbares Satzbild.
Ungesperrter Satz mit einem automatischen Durchschuss – falsch
Leicht gesperrter Satz mit einem erhöhten Durchschuss – richtig
Das Ziel und gleichzeitige Kontrolle für den richtigen Satz ist: Die Buchstaben trennen sich von einander. Es ist nicht wie bei lateinischen Schriften, wo manche Buchstabenpaare intime Bindungen miteinander eingehen. Russische Schriften stehen stramm, wie Soldaten. Sie haben eine vertikale Tendenz. Der Vergleich mit Kapitälchen liegt nah.
Also, die Faustregel lautet: Man erhöht die Laufweite. Wenn Sie meinen, es sei genug, machen Sie noch mehr rein. Russische Leser werden Ihnen danken. Außerdem vergessen Sie nicht, den Durchschuss zu vergrößern.
Hans Peter Willberg schrieb einmal: Guter oder schlechter Satz – das ist eine Frage des Könnens und des Aufwandes ... Richtiger oder falscher Satz – das ist eine Frage des Wissens. ::
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