Analyse des kyrillischen Alphabets

Das russische Alphabet besteht aus 33 Buchstaben. Recht viele kyrillische Buchstaben sehen wie lateinische aus, wenn sie auch anderes ausgesprochen werden. Sie kann man einfach nach allgemeinen Regeln der Buchstabenanatonie entwerfen.

Gliederung nach der Buchstabenform: Gruppe I

Einige Buchstaben haben Besonderheiten: Gemeine [ka] hat keine Oberlänge. Gemeinen [em] und [te] gibt es nur in der Kapitälchenform.

Gruppe II

Die anderen erwecken nur den Anschein, ähnlich auszusehen: Ein bisschen Korrektur und fertig ist der Buchstabe! Dem ist nicht so.

[ge] ähnelt dem vertikal gespiegelten L.
[jo] hat zwei Pünktchen oben.
[se] schaut wie die Ziffer 3 aus.

[i] vergleicht man gern mit dem horizontal gespiegelten N.
[j] bekommt noch ein Häkchen oben drauf.
Das Hartzeichen schaut aus wie ein vertikal gespiegeltes P mit einer Hacke oben.

Das harte [i] ist Weichzeichen mit einer vertikalen Linie rechts daneben (i ohne Pünktchen).
Das Weichzeichen zeigt sich wie ein vertikal gespiegeltes P ohne etwas.
[ja] ähnelt dem horizontal gespiegelten R.

Die meisten Fehler beim Entwurf einer kyrillischen Schrift passieren in dieser Gruppe. Die Schriftgestalter sehen die Parallele zu ihrer eigenen Schrift. Die Besonderheiten werden dann gar nicht entdeckt. Mehr dazu unter Buchstabenanatomie.

Gruppe III

Die letzte Gruppe der Buchstaben – herrlich exotisch – ist der wahre Grund, warum sich die Schriftdesigner ohne Sprachkenntnisse in dieses Terrain wagen.

Die meisten Schriften bieten keine Kapitälchenschnitte, da der Unterschied zwischen Versalien und Gemeinen zu gering ist. Nur sieben Buchstaben von 33 hätte man für einen Kapitälchenschnitt überarbeiten müssen. Und weil dann kein Bedarf nach Kapitälchen besteht, gibt es folgedessen keine Mediävalziffern. Inzwischen entdecken russische Typografen den kapitalistischen Überfluß lateinischer Schriften und rüsten auf. Aber immer noch gilt: Es gibt kaum alternative Buchstabenformen, keine Zierbuchstaben, kaum Schmuckelemente, keine einzige Ligatur! ::

 

Haben Sie Interesse?
– Rufen Sie einfach unter 089 . 23 71 98 37 an oder schreiben Sie eine E-Mail.


© 2010 Victoria SarapinaImpressumDatenschutz